Lange Strasse-1 - vom Dom zum Markt (Stand: 21.09.2023)
Durch Anklicken werden die Bilder vergrößert dargestellt.
Teil 2: siehe "Lange Strasse-2-vom Markt zur Bischof-Demann-Strasse"
Teil 3: siehe "Lange Strasse-3 - von Bischof-Demann-Strasse zum Kanal"
Wie der Name schon andeutet, durchzieht die "Lange Strasse" die gesamte Innenstadt von Ost nach West, vom "Dom" bis zur Holterhuisbrücke über den Haren-Rütenbrock-Kanal; vielerorts ist eine solche Straße auch die "Hauptstrasse". Sie ist schon immer Einkaufs- und Geschäftsstrasse gewesen, Handwerksbetriebe haben hier ihren Sitz, und auch Wohngebiete sind hier vorhanden.
Für die jüngeren Generationen ist es kaum vorstellbar, dass bis in die 1980er Jahre auch durch diese Straße (von der Emsbrücke, Ems- und Kirchstrasse) die damalige Bundesstrasse 402 führte und der gesamte Durchgangsverkehr in Richtung Rütenbrock und den Niederlanden floss.
Erst die Fertigstellung der Harener Umgehungsstrasse (B408) im August 1982 brachte eine deutliche Entlastung, 1984 wird sie Einbahnstrasse, 1989 folgt die 1. Verkehrsberuhigung. 2018 ist sie eine verkehrsberuhigte Strasse, zeitweise in den Sommermonaten auch Fussgängerzone. 2017 wurde schon eine zweite große Umgestaltung beendet. Wir werden im Folgenden große Veränderungen im Strassenbild erkennen können.
Den langen Gang durch die "Lange Strasse" beginnen wir am Martinusplatz und werden ihn an der Holterhuisbrücke am Haren-Rütenbrock-Kanal (HRK) beenden, immer abwechselnd auf der linken und rechten Strassenseite.
Die folgenden Bilder zeigen den Beginn der "Lange Strasse" mit der Einmündung in die Kirchstrasse in verschiedenen Epochen.
Dominiert wurde der Anfang der "Lange Strasse" in früheren Zeiten vom "Hotel Wichers" (in den Bildern rechts).
Näheres darüber siehe auch bei "Rund um den Martinusplatz".
So sieht die gleiche Stelle 2018 mit dem Nachfolgebau von 1997 aus.
Linke Strassenseite
Die Bildercollage zeigt die Entwicklung am Anfang der Lange Strasse.
Weitere Details: siehe unten
Gegenüber dem "Hotel Wichers" stand bis in die 1970er Jahre das Lebensmittelgeschäft "Thams & Garfs"(betrieben von Inhaber E. Hülss, siehe unten). Daneben ist die Gaststätte "Zur alten Post" (Grauert) zu sehen: Der Name zeigt uns, dass hier früher die Harener Postkutschenstation war (siehe Bilder unten). Sie war eine alteingesessene Gastwirtschaft mit langer Tradition. Bleibt zu hoffen, dass das Gebäude weiter zum Flair der Stadt beiträgt und nicht Opfer eines Baggers wird.
Die Gaststätte "Zur alten Post" (links auf den Bildern) besteht 2018 noch, ist aber schon längere Zeit geschlossen. Links daneben steht seit 2020 das neue Zentrum der Martinusgemeinde. Rechts neben der Gaststätte betrieb die Familie Grauert / Bruns - wie öfter in Haren üblich - auch eine Bäckerei mit einem Lebensmittelgeschäft, 2018 hat die DRK-Sozialstation dort ihren Sitz.
Im Haus rechts daneben befindet sich 2018 noch die Fleischerei Freitag, Nachfolger der Fleischerei Töller (s. u.). Anfang 2020 stellte Franz Freitag auch seinen Betrieb ein.
Es folgen 2 Häuser der Familie Gerdes. Im zweiten Haus war zunächst ein Obst- und Gemüsegeschäft untergebracht, das nach einem Neubau in das Haus daneben umzog, erweitert um ein Fischgeschäft. In dem rechten Haus war danach die Drogerie Cassens ansässig. Nachdem auch dieses Haus neu gebaut wurde, wanderte das Gemüsegeschäft wieder in das rechte Gebäude. Dort wurden bis 2020 Damenmoden verkauft.
Daneben finden wir die Zufahrt zum ca. 1986 neu ausgebauten Kolpingplatz. An dieser Stelle stand früher das Gebäude der Mädchen-Volksschule (1864-1929, Besitzer war Kaufmann Kerckhoff), die 1929 in ihr neues Gebäude in der jetzigen Bischof-Demann-Strasse umzog. Die Rektoratsschule (spätere Mittelschule, siehe Bild weiter oben), die bis dahin im Obergeschoss des Elisabeth-Kindergartens untergebracht war, nutzte also ab 1929 das Gebäude der ehemaligen Mädchen-Volksschule. Nach ihrem Umzug 1957 in ihr neues Gebäude am Haren-Rütenbrock-Kanal, dem späteren Schulzentrum, wurde 1958 das vordere Haus abgerissen und zur Zufahrt zum hinteren Gebäude, das zum Feuerwehrgerätehaus umgebaut wurde. Nachdem 1977 die Feuerwehr in ihr neues Gerätehaus in der Werftstrasse umgezogen war, wurde das alte Gebäude abgerissen und es entstand ca. 1986 der Kolpingplatz (vgl. Modul "Kolpingplatz").
Rechte Strassenseite
Textilhaus Kerckhoff
Weiter auf der rechten Strassenseite sehen wir 1978 noch das alteingesessene (Textil-) Geschäft Kerckhoff, daneben die "Überreste" des nachfolgenden Fitness-Studios (2018). Das Haus ist 2018 schon verlassen und 2020 abgerissen worden, ebenso wie auch das kleine daneben stehende Haus, in dem viele Jahre die in Haren bekannte Lehrerin Königschulte gewohnt hat. 2023 wurde dort ein Neubaud mit Wohnungen eröffnet. Die Bilder zeigen das Haus von ca. 1900 - 2023. Mit diesem Haus geht eine lange Kaufmannstradition in Haren zu Ende. Seit etwa dem Jahr 1700 stand an dieser Stelle schon das "Handelshaus mit Manufakturwaren" J. Anton Kerkhoff.
Spar- und Darlehenskasse (SpaDaKa)
Im Haus links neben Kerckhoff hatte 1978 noch die "SpaDaKa Haren" ihren Sitz, später die "Katholische öffentliche Bibliothek" (KÖB). Nach einer großen Sanierung ist dort 2018 die Zahnarztpraxis "Alte Bücherei" untergebracht (siehe unten).
Das nächste Haus ist zwar saniert, aber seit langer Zeit äußerlich unverändert geblieben: Das Pfarramt der kath. Martinusgemeinde, erbaut 1915, das in seiner schlichten Schönheit diesen Bereich dominiert.
Daran schliessen sich 2018 zahlreiche Neubauten an, die das alte Stadtbild total verändert haben:
vgl. die Aufnahmen von 1930 und 2018 unten.
Bild aus den 1930er Jahren (von links) und die Nachfolger:
Schlachterei Hanses (später Plagge)
Haus von Lintel
Haus Pinkernell
Haus Gastrich
Auf dem Bild von 1960 sehen wir die gleiche Stelle wie oben.
Auf dem Bild der 1970er Jahre schauen wir in die Gegenrichtung.
Was sich daraus entwickelt hat, zeigen die nachfolgenden Bildreihen im Einzelnen:
Die Schlachterei Hanses (später Plagge) war davor in der Gartenstrasse, wird dann Optik Keuter (2018).
Von Lintel: Der Arzt Dr. Redeker baute dort nach dem 2.Weltkrieg ein neues Haus und betrieb lange Jahre seine Allgemeinarztpraxis, später folgte ein Gardinengeschäft. 2018 ist das Geschäft geschlossen. Bisher (2018) ist es von einem Abriss verschont geblieben.
Das Haus rechts daneben gehörte der Familie Pinkernell, in dem Neubau ist 2018 das Textilgeschäft "Ernsting´s Family" untergebracht.
Ein Haus weiter stand das Geschäft Gastrich (Uhren, Schmuck). Dort entstand 1988 "Augenoptik Jüngerhans" (früher in der Kirchstrasse ansässig, siehe auch dort).
Linke Strassenseite
Die Gebäude auf der linken Straßenseite nach dem Kolpingplatz wurden auch ständig verändert.
Wir erkennen das Haus Engelbert Elfring 1960 (oben) und 2018 (unten), dazwischen die Häuser Held und Cantzen.
Es folgte das grosse Geschäftshaus Cantzen.
Haus Cantzen war ein alteingesessenes Harener Geschäft mit einer Gaststätte (seit 1841). 1891 brannte es zusammen mit dem Haus Sternberg vollkommen ab, was damals letztlich zur Gründung der "Freiwilligen Feuerwehr Haren" führte.
Später wurde das Haus modernisiert, zeitweise war dort der bekannte Drogeriemarkt "Ihr Platz" untergebracht (s.u.).
Auf den Bildern von 2006 erkennen wir noch den Drogeriemarkt "Ihr Platz", der 2018 im "C & A" aufgegangen ist (s.u).
Es folgte das Textilhaus "Otto Deymann", in dem zunächst auf der linken Seite die Drogerie Voss und rechts das Textilgeschäft untergebracht waren. Nach einem Umbau ca. 1961 belegte das Textilgeschäft beide Seiten, die Drogerie Voss wechselte ein paar Häuser weiter in das Haus des Bauunternehmers Gerhard Esders (siehe weiter unten).
Unten 2018: C & A: Für das neueingerichtete Modehaus C & A wurden mehrere Häuser zu einem großen Ladenlokal zusammengefasst: Cantzen und Otto Deymann.
Tischlerei Wessels
Das Geschäft "Marias Mode" (unten, 2018) ist das Stammhaus der Tischlerei Wessels (oben), die zum neuen Hafen umgesiedelt ist.
Daneben ließ sich der Uhrmacher Nico Schneider nach seinem Umzug von der Nordstrasse nieder. Den Betrieb hat später seine Tochter übernommen.
Rechte Strassenseite
Schuhhaus Meyering
An der Ecke zum alten Markt steht das alteingesessene Schuhhaus Meyering: Traditionelles Familiengeschäft über mehrere Generationen. Gegründet wurde es 1779 von Henricus Meyerinck, dem "Urschuster" der Harener Schusterfamilie Meyering, der nebenher als Landwirt tätig war. Hermanus, Wilhelm Bernhard, Bernhard, Gerhard und Herman (seit1983) hiessen die nachfolgenden Inhaber. Ausbau der Werkstatt in den 1950er Jahren, Errichtung der markanten Aussenfassade 1971 waren weitere Entwicklungsschritte. Mitte 2020 geht nun die Geschichte des Schuhhauses Meyering zu Ende, das Geschäft ist geschlossen. Damit ist ein weiteres Kapitel alter Harener Kaufmannschaft nach 246 Jahren zu Ende. Nach einem Umbau ist dort 2021 eine Bäckerei mit Café eingezogen.
Die folgenden Bilder zeigen die Lange Strasse im Bereich des alten Marktes in früherer und heutiger Zeit.
Auf den Bildern ist die neue Brunnenanlage am Markteingang aus 2018 zu erkennen. Sie soll den Lauf der Ems symbolisieren.
Damit sind wir am Ende von "Lange Strasse-1", nämlich am alten Markt, angekommen.
Teil 2: siehe "Lange Strasse-2-vom Markt zur Bischof-Demaan-Strasse"
Teil 3: siehe "Lange Strasse-3 - von Bischof-Demann-Strasse zum Kanal"
Über den folgenden Link "Haren: alt und neu - Themenübersicht" (blaue Schrift) errhalten Sie eine Übersicht der fertigestellten und der weiteren geplanten Module: