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Am Nachmittag des 10.05.2019 besuchten 50 Mitglieder der Seniorenvertretung Haren (Ems) das Deutsch-Niederländische-Bienen-Zentrum Imme in Wesuwe-Siedlung. Die Gruppe wurde auf die zwei Schulungsräume des Zentrums aufgeteilt. Nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen, natürlich Bienenstich, berichteten der Vorsitzende Hermann Hüsers und das Vorstandsmitglied Björn Wicks über die Entwicklung des Moores und die Gründung und Entwicklung des Vereins „Imme Bourtanger Moor e. V.“

 

 

 

 

20190510 0332 Die Referenten berichteten über die Armut der im Moor lebenden Leute, die in Katen wohnten, das Herdfeuer in der Mitte des Raumes mit angrenzender Tenne, wo Vieh stand. Dank der Heide konnten sie Imkerei betreiben und somit Honig und Wachs u. a. für Kirchenkerzen erzeugen. Schafszucht war notwendig, um die Heide kurz zu halten. In Deutschland begann (im großen Umfang) der Torfabbau nach dem Krieg. Über drei Generationen erstreckte sich der Prozess: Die erste den Tod, die zweite die Not und die dritte das Brot. Mittlerweile hat sich die Einstellung geändert: Der Torfabbau wird gestoppt und das Gelände wird renaturiert. Feuchtgebiete werden angelegt, so dass das Torfmoos wieder wachsen kann.

Die Referenten informierten über den 2013 gegründeten Verein Imme Bourtanger Moor e. V., seine erfreuliche Mitgliederentwicklung (mittlerweile über 370) und die Planung und den Aufbau des Zentrums mit öffentlichen Zuschüssen, aber auch mit sehr viel Eigenleistung.

Imme ist eines der 8 Informationszentren des internationalen Naturparks Moor-Veenland, der im niederländischen Bereich Bargerveen und im deutschen Bourtanger Moor heißt.

Nach dem Referat wurde ein Film gezeigt: Das Moor war ursprünglich ein Lebensraum, dessen Schönheit Künstler wie Vincent van Gogh fesselte und zu zahlreichen Werken inspirierte. Er hatte sich im Spätsommer 1883 drei Monate in Bargerveen aufgehalten. Mit seinem Leben tat er sich selbst aber sehr schwer, so dass er nur 37 Jahre alt wurde. Die schwere körperliche Arbeit des Torfstechens, später die riesigen Ottomeyer-Pflüge, die aus zwei Meter Tiefe den Sand an die Oberfläche brachten, und das Ausheben der Entwässerungskanäle wurden gezeigt. Und jetzt, nach der Renaturierung, findet man wieder CO2-bindendes Torfmoos, Wollgras und Sonnentau.

 Im Außenbereich bewunderten wir den Kräutergarten mit seinen zahlreichen Pflanzen, die in einer Kräuterliste zum Nachahmen aufgeführt sind. Zahlreiche Bienenstöcke sind zu sehen.

Besonders interessant ist die „Königinnensuite“, die dem Besucher den Aufbau eines Bienenstock zeigen soll. Um den besser verstehen zu können, vergegenwärtigen wir uns kurz den Lebenszyklus einer Biene und ihre Aufgaben im Bienenstaat:

  • Die Königin: Sie ist die größte im Bienenstock. Ihre Aufgabe ist die Fortpflanzung für den Erhalt des Volkes. Im Frühjahr wird sie von mehreren Drohnen nacheinander begattet und hat dann Samen für ihr ganzes Leben von bis zu fünf Jahren. Sie legt über 1000 Eier am Tag in die Zellen der Waben. Ernährt wird sie von den Arbeiterinnen.
  • Die Drohnen: Sie sind männliche Bienen, haben keinen Stachel und werden ebenfalls von den Arbeiterinnen ernährt. Ihre Aufgabe ist die Begattung der Königin. Danach sterben sie. Die übrigen Drohnen werden aus dem Stock vertrieben.
  • Die Arbeiterinnen: Sie sind die weiblichen Bienen, die im Laufe ihres Lebens von 30 bis 40 Tagen folgende Aufgabenbereiche durchlaufen:
    • Putzen der Zellen (Tag 1 -2).
    • Ernährung der Brut: Vom dritten Tag an ernährt und wärmt sie die ältere Brut mit Honig und Blütenpollen. Mit dem sechsten Tag haben sich die Futtersaftdrüsen entwickelt, in denen das Gelée Royale gebildet wird, das für die Ernährung der Königin und der jüngeren Brut bestimmt ist.
    • Bau der Waben: Vom 11. Bis 18. Tag sind die Wachsdrüsen am Hinterleib voll entwickelt. Jetzt können defekte Zellen der Waben repariert, Larven- und Honigzellen verdeckelt und neue Waben gebaut werden.
    • Erzeugung von Honig: Vom 12. Bis 20. Tag. Die Bienen sammeln in ihrer Honigblase den Nektar aus Blüten oder den Honigtau, ein zuckerhaltiges Ausscheidungsprodukt von Insekten. Durch die Einwirkung von Enzymen entsteht der Honig.
    • Wachdienst (Tag 18 – 21): Die Futtersaft- und Wachsdrüsen haben sich zurückgebildet. Die Biene wacht nun vor dem Stockeingang und macht kurze Orientierungsflüge in die nähere Umgebung. Bei Gefahr verteidigt sie den Stock mit ihrem Giftstachel.
    • Sammeln und Auskundschaften (vom 21. Tag an): Die Biene ist „volljährig“. Sie sucht als Kundschafterin nahrungsreiche Gegenden. In einer Tanzsprache, dem Rundtanz oder Schwänzeltanz, wird die Information an die Sammlerinnen weitergegeben, so dass diese die Futterstellen finden können. 

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Die „Königinnensuite“ ist ein begehbarer Bienenstock. Er ist unterteilt in drei Ebenen, den ersten und zweiten Brutraum und abgetrennt durch ein Gitter der Honigraum. Die Maschengröße des Gitters ist so bemessen, dass die Königin es im Gegensatz zu den Arbeiterinnen nicht passieren kann. Dadurch kann die Königin den Stock nicht verlassen und im Honigraum keine Eier in die Zellen legen.

In den Bruträumen legt die von den Drohnen begattete Königin ihre Eier, etwa 120.000 pro Jahr, in die Zellen. So findet man Zellen mit Eiern in verschiedenen Reifestadien: Jungmaden, verdeckelte Zellen mit sich entwickelnden Mden und schlüpfende Bienen. In anderen Zellen findet sich Nahrung: Blütenstaub (enthält Eiweiß und Fett) und Honig.

In die Zellen des Honigraums füllen die Bienen den Honig. Ist die Zelle gefüllt, wird sie mit Wachs verdeckelt. Will der Imker den Honig ernten, muss er zunächst die Wachsdeckel mit einem Spezialgerät entfernen, um an den Honig zu gelangen. 

Zum Abschluss bedankte sich Ewald Middelberg bei Herrn Hüsers und überreichte ihm eine kleine Spende.

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