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H. D. Hüsch (6.5.1925 - 6.12.2005), Kabarettist, Schriftsteller, Kinderbuchautor, Schauspieler, Prediger bei Kirchentagen und in Kirchen verschiedener Konfession, betrachtet  mit Tiefsinn und Witz das tägliche Leben.

 

Mutter ist nervös, Vater ist nervös, Kind ist nervös, Oma ist nervös.

Oma ist gekommen, um Mutter zu helfen.

Vater hat gesagt, sei nicht nötig gewesen.

Kind steht im Weg, Mutter steht im Weg, Oma steht im Weg, Vater steht im Weg.

Alle haben geschafft, mit allerletzter Kraft.

Vater hat gebadet, Mutter hat gebadet, Kind hat gebadet, Oma hat gebadet.

Alle haben gepackt und alle sind gerannt,

und schließlich hat der Baum gebrannt.

Mutter ist gerührt, Vater ist gerührt, Kind ist gerührt, Oma ist gerührt,

und dann werden die Pakete aufgeschnürt.

Mutter ist gekränkt, Vater ist gekränkt, Kind ist gekränkt, Oma ist gekränkt,

denn jeder hat dem andern was Falsches geschenkt.

Schwiegertochter kommt, Patentante kommt, Lieblingsbruder kommt, Großneffe kommt.

Kuchen ist zu süß, Plätzchen sind zu süß, Marzipan ist zu süß,

und der Baum ist mies.

Mutter ist beleidigt, Vater ist beleidigt, Kind ist beleidigt, Oma ist beleidigt.

Frieden auf Erden und den Menschen ein Unbehagen.

Vater hat`s am Magen, Mutter hat`s am Magen, Kind hat`s am Magen, Oma hat`s am Magen,

kann nichts mehr vertragen nach all den Tagen.

Mutter ist allein, Vater ist allein, Kind ist allein, Oma ist allein, alle sind allein,

doch an Ostern wollen alle, in jedem Falle, wieder beisammen sein.

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