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Aus dem Tagebuch meines Vaters, des Soldaten Anton Leistenschneider, von der Ostfront um Weihnachten 1942 an meine Mutter.

Er begann seine Verse mit dem Spruch: "Es kommt aus weitem, öden Land, ich schrieb es dir mit kalter Hand".

Seine Original-Sütterlin-Verse wurden von mir übersetzt.

 

 

Handschrift originalÜbersetzung
20201207 Gerdes Weihnachten Abs1

 

Nun liegt das kurze Urlaubsglück

schon wieder Monate zurück.

Inzwzwischen tat mit Eis und Schnee

zum zweiten Mal der Winter weh.

20201207 Gerdes Weihnachten Abs2

Doch schmerzt noch mehr als Eiseskälte

die Sehnsucht, die mich bitter quälte.

Besonders in der Weihnachtszeit

war sie hier keine Kleinigkeit.

20201207 Gerdes Weihnachten Abs3 

Bisher war es uns nicht vergönnt,

daß uns der eigne Christbaum brennt.

Wie oft hab ich daran gedacht,

was wohl das Kind für Augen macht,

 20201207 Gerdes Weihnachten Abs4

 wie es vor lauter Freude glüht,

wenn es die hellen Lichter sieht,

und wie es mit dem Püppchen spielt,

das es zum Weihnachtsfest erhielt.

20201207 Gerdes Weihnachten Abs5 

 Doch scheint es nicht, als ob das Kind

auf seinen fernen Papa sinnt?

Auch deine Wehmut, liebe Frau,

spür ich im Geiste ganz genau.

20201207 Gerdes Weihnachten Abs6
20201207 Gerdes Weihnachten Abs7

Doch halt ich dieses Weihnachtsfest

aus weitrem Grund im Bilde fest,

damit es unvergessen bliebe.

Es ist nun mal das Fest der Liebe.

 

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