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20181008HerbstSanft neigen die Birken sich im Winde,

bunte Blätter wirbeln zur Erde,

lautlose Schritte im weichen Moos.

 

Es wird ..................

 

  

 

Herbst

Ich sah den Wald sich färben, 
die Luft war grau und stumm; 
mir war betrübt zum Sterben, 
und wusst’ es kaum, warum.

Durchs Feld vom Herbstgestäude 
hertrieb das dürre Laub; 
da dacht’ ich: deine Freude 
ward so des Windes Raub.

Dein Lenz, der blütenvolle, 
dein reicher Sommer schwand; 
an die gefrorne Scholle 
bist du nun festgebannt.

Da plötzlich floss ein klares 
Getön in Lüften hoch: 
Ein Wandervogel war es, 
der nach dem Süden zog.

Ach, wie der Schlag der Schwingen, 
das Lied ins Ohr mir kam, 
fühlt’ ich’s wie Trost mir dringen 
zum Herzen wundersam.

Es mahnt’ aus heller Kehle 
mich ja der flücht’ge Gast: 
Vergiss, o Menschenseele, 
nicht, dass du Flügel hast.

                                      Emanuel Geibel

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